Werter Leser,
zunächst ein Vorwort für Sie zum besseren Verständnis:
in der Gesamtschau auf das immer breiter werdende Spektrum polizeilicher Aufgaben lässt sich im Rückblick auf das Jahr 2009 an unserer Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erneut ablesen, dass es im Landkreis Emmendingen seit Jahren keine Besorgnis erregende Kriminalitätsentwicklung gibt. In manchen Bereichen widersprechen die erhobenen Zahlen jedoch scheinbar den subjektiven Eindrücken, welche zuvor individuell durch herausragende Delikte oder persönliche Erfahrungen gewonnen wurden. Wurde man beispielsweise selbst Opfer oder Zeuge einer Straftat, so nimmt man eine statistische Zahl in diesem Bereich viel sensibler wahr.
Menschen beschäftigen vor allem Fragen wie: „Gibt es auch vor meiner Haustür eine Zunahme an Gewalttaten?“, „Wird die Jugend immer krimineller?“, „Lebe ich an einem sicheren Ort?“…
Die folgenden Informationen sollen Ihnen und den Bürgern im Landkreis zumindest einen groben Blick auf die Situation rund um die Sicherheitslage im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Emmendingen ermöglichen. Die Analyse der statistischen Zahlen dient in erster Linie dazu, dass die Polizei frühzeitig negative Entwicklungen erkennen und somit auch schnell handeln kann. Jeder Verkehrsunfall und auch jede einzelne Straftat, hinter der auch immer die persönlichen Nachteile des Opfers stehen, wird bereits bei der Anzeigenaufnahme durch einen Polizeibeamten automatisiert statistisch erfasst.
Nehmen Sie bitte im Folgenden isolierte Zahlenwerte unbedingt mit Bedacht zur Kenntnis, da es nicht möglich ist, ohne Hintergrundwissen, Langzeitvergleich und Analyse einfach allgemeingültige Schlüsse aus einer Zahl zu ziehen. Die Zusammenhänge der verschiedenen zu Grunde liegenden Eckdaten können das Ergebnis verzerren. Beispielsweise kann bereits eine Schönwetterperiode einen messbaren Einfluss auf die Anzahl der Fahrraddiebstähle oder der Wohnungseinbrüche haben. Ferner kann eine starke Präsenz der Polizei an einem erkannten Brennpunkt neben dem erzielten Sicherheitsgewinn auch zur Folge haben, dass den Beamten vor Ort viele Straftaten angezeigt werden, welche sonst nie zur Anzeige gekommen wären. Das ist in Problembereichen beabsichtigt, um das Dunkelfeld aufzuhellen und Präventionsansätze erkennen zu können.
Die über viele Jahre anhaltend geringe Kriminalitätsbelastung in unserem Landkreis zeugt vom Vertrauen couragierter Bürgern, die nicht wegsehen, in ihre Strafverfolgungsorgane und auch vom guten Zusammenwirken aller an der Kriminalitätsbekämpfung beteiligten Stellen im Landkreis.
Sicherheitsbilanz 2009
Ø Gesamtzahl der Straftaten um 6 % gesunken
Ø mehr Rauschgiftdelikte
Ø Gewaltdelikte weiterhin rückläufig
Ø mehr Verkehrsunfälle insgesamt – weniger Motorradunfälle
Ø Anstieg bei Alkoholunfällen
Die Kriminalitätslage
Im Jahr 2009 ist die Gesamtzahl der erfassten Straftaten im Landkreis Emmendingen erneut deutlich gesunken; und das obwohl das Jahr 2008 in vielen Bereichen der in der PKS erhobenen Daten bereits ein Ausnahmejahr mit außergewöhnlich geringer Kriminalitätsbelastung war. Wir können in unserem Landkreis eine Reduzierung der Gesamtzahl aller Straftaten um 6 % feststellen.
Waren es 2008 noch 7.692 Fälle, mussten 2009 „nur“ noch 7.229 Straftaten in unserem Landkreis bearbeitet werden. Im Land Baden-Württemberg ist die Anzahl um immerhin 2,1 % gesunken.
Allerdings ist auch die Aufklärungsquote mit 54,2 % um ca. 4 % niedriger als im Vorjahr.
Um überregional auch strukturell unterschiedliche Gemeinden miteinander vergleichen zu können gibt die sogenannte Häufigkeitszahl (HZ= Anzahl der Straftaten im Bezug auf 100.000 Einwohner) Aufschluss.
In der mit Straftaten hoch belasteten sogenannten Rheinschiene weist die HZ dem Landkreis Emmendingen im Vergleich mit den anderen Kreisen an dieser Achse die geringste Kriminalitätsbelastung zu. Im Vergleich mit allen Landkreisen im Regierungsbezirk Freiburg liegen wir mit der HZ 4.585 in einem guten Mittelfeld.
Innerhalb des Landkreises hat Emmendingen die höchste Kriminalitätsbelastung. Die HZ 6.922 (7.265) ist jedoch die niedrigste seit vielen Jahren! Mit der HZ 5.563 rutscht Waldkirch vom zweiten Platz im Vorjahr im absoluten Vergleich der Straftaten auf einen besseren vierten Platz im relativen Vergleich in dieser Rangliste hinter Herbolzheim, Riegel und Kenzingen.
Verbrechen, wie beispielsweise Straftaten gegen das Leben, Entführungen oder Vergewaltigungen, finden sich in der Emmendinger Kriminalitätslage nur als absolute Ausnahmeerscheinung und seltene Einzeldelikte wieder. Im Jahr 2009 wurden 4 Tatverdächtige wegen „Straftaten gegen das Leben“ zur Anzeige gebracht. Ein Mensch wurde bei einer dieser Taten getötet. Eine außergewöhnliche Häufung von solchen Delikten binnen weniger Tage stellte die Ermittler der Emmendinger Polizeidirektion im Frühjahr 2009 vor eine große Herausforderung. In jedem Fall konnten die Tatverdächtigen ermittelt und dem Strafverfahren zugeführt werden.
Von größtem überregionalem Interesse war wohl die Entführung in Sexau. Das damals 2-jährige Mädchen konnte nach 37 Stunden von der Polizei aus den Händen seiner Entführer unversehrt befreit werden. Die Täter, die mit dem Mord des Kindes drohten und eine Lösegeldforderung in Millionenhöhe stellten, sitzen seit ihrer Festnahme in Haft und wurden bereits kurze Zeit später zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.
Eine 51-jährige Ehefrau kam im April in ihrem Haus durch ein Gewaltdelikt in Rheinhausen ums Leben. Im Tatverdacht steht ihr Ehemann.
Ferner sitzt auch ein 40-Jähriger, der einen 54-Jährigen nach gemeinsamem, erheblichem Alkoholkonsum im September in einem brutalen Angriff lebensgefährlich verletzt hatte, bereits eine mehrjährige Haftstrafe ab.
Im Landkreis Emmendingen konnte die Jugendkriminalität erneut gesenkt werden. Waren im Jahr 2007 noch 525 aller 3.168 Tatverdächtigen Jugendliche, so waren im vergangenen Jahr noch 466 (478) von insgesamt 3.087 (3.091) Tatverdächtigen zwischen 14 und 17 Jahre alt. Jeder dritte, der im Landkreis wegen des Verdachts einer Straftat zur Anzeige gelangt, ist unter 21. Bedenklich ist allerdings die Feststellung, dass ein großer Anteil der jugendlichen Tatverdächtigen bei der Tatausführung unter Alkoholeinfluss stand. Ebenso sehen sich Polizeibeamte landesweit mit einer merklich zunehmenden Aggressivität von bereits sehr jungen Tatverdächtigen konfrontiert. Widerstände und Gewalt gegen Polizeibeamte sind vermehrt festzustellen.
Durch Prävention, gezielte Einsatzkonzeptionen und viel Präsenz der Polizei an den richtigen Orten konnte auch im Bereich der sogenannten Gewaltkriminalität erneut eine Reduzierung um mehr als 17 % auf insgesamt 243 Taten erreicht werden.
Die Anzahl der qualifizierten Körperverletzungsdelikte sank um etwa 22 %. Qualifiziert sind Körperverletzungen dann, wenn diese beispielsweise gemeinschaftlich oder mit einem Gegenstand begangen werden.
Sorge bereitet allerdings ein Anstieg bei den sogenannten „einfachen“ Körperverletzungen. Hier gilt es einem seit etwa drei Jahren erkennbaren Anstieg auf zwischenzeitlich 600 (580) Taten entgegen zu wirken. Wie meist, spielt auch bei dieser Deliktsart die Alkoholisierung des Täters eine entscheidende Rolle. Festzustellen ist aber ferner, dass auch die Opfer solcher Straftaten häufig ganz erheblich alkoholisiert sind. In diesem Bereich dürfte aber auch das veränderte Anzeigeverhalten der Bevölkerung eine Rolle für den Anstieg spielen.
Eine Abnahme der unter dem Summenschlüssel Straßenkriminalität erfassten Fälle um 31 Taten setzt die seit einigen Jahren zu beobachtende erfreuliche Entwicklung fort. Unter den Begriff Straßenkriminalität fallen beispielsweise Straftaten wie Pkw-Aufbrüche, viele Sachbeschädigungen, Fahrraddiebstähle und Raubüberfälle auf „offener Straße“. Den zahlenmäßigen Löwenanteil im Bereich der Straßenkriminalität machen seit Jahren Fahrraddiebstähle und der Bereich der Kriminalität rund um das Fahrzeug aus. Die Zahl der angezeigten Fahrraddiebstähle ist auch im Betrachtungsjahr 2009 erneut gesunken. Wenn auch jeweils immer nur um wenige Fälle.
Der Tatbestand der Sachbeschädigung nimmt inzwischen einen großen Anteil, nämlich 14 % aller erfassten Taten in Anspruch. Leider hat die Polizei seit Jahren immer rund 1.000 dieser auch noch schlecht aufzuklärenden Straftatbestände zu bearbeiten. Im Jahr 2009 waren es 1.079 (1.050). Der jeweilige Schaden dieser Delikte ist meist eher als gering einzustufen, wobei für den Geschädigten auch die abgeknickte Antenne seines Autos ein völlig unnötiges Ärgernis darstellt. Positiv fällt auf, dass es immer wieder Bürger gibt, die nicht gleichgültig, sondern verantwortungsbewusst reagieren. Mit Hilfe von guten Zeugen konnten auch im Jahr 2009 wieder viele Sachbeschädigungen (und auch andere Taten) geklärt werden und den Geschädigten so ein Adressat für ihre Schadenersatzansprüche benannt werden.
Die Anzahl der Diebstähle von insgesamt 2.731 (2.837) Fällen macht an der Gesamtzahl aller Straftaten mehr als ein Drittel aus. Umso erfreulicher ist es, dass bei dieser Deliktsgruppe im Langzeitvergleich eine rückläufige Entwicklung festzustellen ist. Betrachtet man diesen Wert feingliedriger, stellt man fest, dass es zwar beim einfach gelagerten Diebstahl eine Zunahme um fast 4 % gibt, aber die Anzahl der sogenannten Schweren Diebstähle (z. B. Einbrüche) um mehr als 10 % abgenommen hat.
Insbesondere die Anzahl der Wohnungseinbrüche hat im Vorjahresvergleich deutlich abgenommen. Unter anderem dürfte dies jedoch an einer Einbruchserie liegen, welche die Erhebung im Jahr 2008 belastet hat. Ab Sommer richtete sich im Zusammenhang mit Wohnungseinbrüchen entlang der Rheinschiene auch bei Fällen in unserem Landkreis immer wieder ein Tatverdacht gegen Kinder. Zentral beim LKA geführte Ermittlungen führten bereits zu Täterfestnahmen.
Die Entwicklung im Bereich der allgemeinen Betrugsarten ist unauffällig. Etwa im Mittel des Langzeitvergleiches konnten bislang von 926 (961) Fällen knapp 80 % aufgeklärt werden. Eine Besonderheit bei Betrugsdelikten ist die teilweise sehr lange Bearbeitungszeit aufgrund komplexer Zusammenhänge, was bedeutet, dass ein Betrug häufig auch noch Monate, oder gar Jahre später aufgeklärt werden kann.
Wie im Bundes- und Landestrend ist auch im Landkreis Emmendingen erneut eine rasante Zunahme im Bereich der Computerbetrüge um Besorgnis erregende 76 % festzustellen. Dieser schnelllebige Deliktsbereich stellt die Polizei in immer kürzer werdenden Halbwertszeiten vor eine immense Herausforderung. Ermittlungsansätze führen oft ins ferne Ausland, was nicht selten die Aufklärungschancen minimiert. Aus diesem Grund setzt die Polizei in diesem Deliktsfeld auf Prävention. Informationsveranstaltungen, Warnmeldungen und eine schnelle Weitergabe von neuen Erkenntnissen können hier zumindest manchem Bürger ersparen Opfer zu werden.
Ganz entgegen des überregionalen Trends war das Jahr 2009 stark mit Rauschgiftdelikten belastet. 360 (306) dieser bearbeiteten Drogendelikte stellen auch im Langzeitvergleich einen negativen Höhepunkt dar. Ein Erklärungsansatz ist, dass die Polizei 2009 sehr viele Rauschfahrten im Straßenverkehr erkannt hat und dies auch immer zu einer Strafanzeige wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz nach sich zieht. Und das auch, wenn beim Verantwortlichen gar keine Drogen gefunden werden. Der unter Drogen stehende Fahrer muss sich seine Droge zuvor schließlich beschafft haben.
Leider verstarb im Landkreis Emmendingen im direkten Zusammenhang mit Drogenkonsum gleich am Jahresbeginn ein Mensch. Im Jahr 2008 gab es keinen Drogentoten.
Die Verkehrssicherheitslage
Die Verbesserung der im Landkreis Emmendingen ohnehin schon sehr hohen Verkehrssicherheit ist bei deutlich mehr als 100.000 zugelassenen Kraftfahrzeugen auf immer mehr Straßen auch für die Polizei eine große Herausforderung. Diese muss sie allerdings nicht alleine bewältigen. In enger Zusammenarbeit mit vielen weiteren Verantwortungsträgern werden bereits seit Jahren alle Ansatzmöglichkeiten genutzt, Verkehrsunfälle zu verhindern. Die Einbindung von Erfahrungen bereits beim Bau neuer Straßenabschnitte trägt zwischenzeitlich Früchte. Die Optimierungen durch Umbaumaßnahmen an erkannten Gefahrenstellen ist neben der Präventionsarbeit und einer nachhaltigen Verkehrsüberwachung bewährte Strategie im Eifern nach mehr Verkehrssicherheit. Erklärtes Ziel ist auch auf europäischer Ebene nicht nur der Erhalt des hohen Niveaus, sondern eine stetige Verbesserung. Ferner begünstigt die immer besser werdende, sogenannte „passive Sicherheit“ in modernen Fahrzeugen die positive Entwicklung.
Insgesamt wurden von Polizeibeamten des Landkreises im Jahr 2009 genau 2.480 (2.191) Verkehrsunfälle aufgenommen. Dies bedeutet eine deutliche Zunahme im Vergleich zum Vorjahr. Auch Im 10-Jahres-Vergleich waren 2009 genau 172 mehr Unfälle von der Polizei des Landkreises zu erfassen. Das Jahr 2009 war also sehr unfallträchtig.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Verkehrsunfälle auf der durch den Landkreis führenden BAB 5 nicht bei den Zahlen der Polizeidirektion Emmendingen erfasst sind.
Eine besonders tragische und außergewöhnliche Ausnahme in der Unfallerfassung stellte der Herbst 2009 dar. Bis zum 3. September wurde im gesamten Landkreis ein Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang verursacht. Ein außer Kontrolle geratenes Auto war im Februar auf der B 3 bei Wasser in das entgegenkommende Auto eines Rentnerpaares geschleudert. Das Paar verstarb an den Folgen des Unfalles. In einem Zeitraum von nur zwei Monaten im Herbst verloren neun weitere Menschen ihr Leben bei völlig unterschiedlich gelagerten Verkehrsunfällen. Die Suche nach möglichen Zusammenhängen zwischen den Unfallursachen führte zu keinem verwertbaren Ergebnis.
Der Anstieg der Anzahl tödlicher Verkehrsunfälle wird insbesondere im direkten Vergleich mit den Vorjahren deutlich. Im Jahr 2007 verloren bei Verkehrsunfällen im Landkreis 4 Menschen ihr Leben; 2008 starben 5 Menschen im Straßenverkehr. Die Anzahl der tödlichen Verkehrsunfälle beeinflusst subjektiv ganz bedeutend den Gesamteindruck über die tatsächlich vorhandene Verkehrssicherheit.
Die zuletzt auch landesweit festgestellte Entwicklung steigender Motorradunfälle konnte auch im Landkreis Emmendingen gestoppt werden. Und zwar mit einer Reduzierung um 26 %. Dies zeigt, dass das „geschnürte Maßnahmenpaket“ zur Verhinderung solcher Unfälle Erfolg hat. Die Anzahl der Motorradunfälle konnte auf 82 (111) reduziert werden. Der überwiegende Teil von Unfällen mit Beteiligung von motorisierten Zweiradfahrern forderte Verletzte. Leider verloren im Jahr 2009 bei zwei Motorradunfällen jeweils ein 35-Jähriger, bzw. ein 39-Jähriger ihr Leben. Das weit verbreitete Vorurteil, dass Motorradfahrer fast immer auch Unfallverursacher sind kann anhand der Zahlen zumindest etwas entkräftet werden. So waren etwa 46 % der Unfälle zumindest teilweise vom Unfallgegner allein, oder mit verursacht.
Die Zunahme der Verkehrsunfälle hat sich sowohl bei den Unfällen mit Verletzten, als auch bei Unfällen mit Sachschäden bemerkbar gemacht.
Bei 491 (476) Unfällen wurden Beteiligte verletzt. Im 10-Jahres-Vergleich gab es durchschnittlich 552 Verkehrsunfälle mit Personenschaden.
Das Verhältnis bei Personenschäden zwischen Schwerverletzten und Leichtverletzten hat sich im Vergleich zum Vorjahr etwas gewandelt. Während die Anzahl von Unfällen mit Leichtverletzten fast dieselbe geblieben ist (2008=472; 2009=471), gab es mit 146 (129) Unfällen im Bereich der Schwerverletzen eine deutliche Zunahme.
Nach den Statuten der Erhebung gilt als Schwerverletzt, wer sich nicht nach ambulanter ärztlicher Behandlung wieder nach Hause begeben kann.
Insbesondere Präventionsbemühungen verschiedener Verantwortungsträger trugen wohl auch dazu bei, dass die Zahl der Schulwegunfälle mit 9 (10) erneut deutlich unter dem Langzeitmittelwert (14) geblieben ist. In keinem der 10 Fälle kam es zu ganz schlimmen Folgen für ein Schulkind.
Hauptunfallursache war erneut unangefochten die nicht angepasste Geschwindigkeit. Die Erfahrung zeigt, dass hier insbesondere ständige Geschwindigkeitskontrollen eine nachhaltige Verbesserung schaffen können.
Erneut hat auch die Unfallursache Drogeneinfluss zugenommen. Gerade in diesem Bereich dürfte die Dunkelziffer aus verschiedenen Gründen enorm hoch sein. Leider war bei 98 (75) Unfällen Alkoholeinfluss alleine, oder mit unfallursächlich. Meist waren es anlasslose Verkehrskontrollen durch Polizeibeamte, gelegentlich aber auch Anrufe couragierter Bürger, welche dazu führten, dass 112 berauschte und 269 alkoholisierte Fahrer „aus dem Verkehr gezogen“ werden konnten, bevor ein Unfall geschehen ist.
Gegen die Neuregelung im Straßenverkehrsgesetz, dass sich Begünstigte des „Fahrens ab 17“ an die 0-Promille-Grenze halten müssen, wurde in fünf Fällen verstoßen.
Die höchste Zunahme bei den unfallursächlichen Einflüssen hatte die Witterung. Es bleibt abzuwarten, wie sich der lange Winter 2009/2010 auf die Zahlen des nächsten Jahres niederschlagen wird.
Parkrempler, Spiegelstreifer und andere Unachtsamkeiten im Straßenverkehr, gepaart mit der Sorglosigkeit der Verantwortlichen sorgten auch im Jahr 2009 für eine Hohe Anzahl von Verkehrsunfallfluchten. Insgesamt musste die Polizei 594 (540) -mal wegen Verkehrsunfallflucht ermitteln. Leider blieb es oft bei der Anzeige gegen „Unbekannt“.
Damit findet sich die Zahl wieder im Bereich der Jahre zuvor.
Die im vorletzten Jahr sehr erfreuliche Bilanz über eine sehr geringe Beteiligung von Jungen Fahrern (Verkehrsteilnehmer zw. 18 – 24 Jahre) bei Verkehrsunfällen, fällt im Jahr 2009 etwas schlechter aus. 294 Unfälle stehen 272 Unfällen gegenüber was einer Zunahme um etwa 8 % entspricht.
Um einen Prozentsatz von über 16 % stieg die Unfallbeteiligung bei Senioren (Verkehrsteilnehmer ab 65 Jahre). Diese Gruppe war 2008 an 210 Unfällen und 2009 an 244 Unfällen beteiligt.
Nahezu die gleiche Aufteilung ergibt sich bei der Betrachtung der Unfalllage.
76,2 % (76,9 %) der erfassten Unfälle ereigneten sich 2009 innerhalb geschlossener Ortschaften.
Die Städte mit der höchsten Unfallbelastung sind Emmendingen und Waldkirch. Auch in Denzlingen, Teningen und Herbolzheim kam es vergleichsweise oft zu Verkehrsunfällen.
Eine neue Unfallhäufungsstelle kam im Jahr 2009 hinzu.
An der B 3, zwischen Kenzingen und Hecklingen, in Höhe des dortigen Parkplatzes, wurden gemäß der Einstufungskriterien binnen 3 Jahren mehr als 5 Unfälle mit Verletzten verursacht. Und das, obwohl sich im Jahr 2008 an dieser Stelle kein einziger Unfall ereignet hatte. In kausalem Zusammenhang mit diesen Unfällen steht der dortige Obst- und Gemüseverkauf. Die Polizei ist aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse zusammen mit den anderen Verantwortungsträgern im Kreis bereits mit Umsetzungsmaßnahmen zur Reduzierung der Gefahren an dieser Stelle in vollem Gange.