Die Sicherheitsbilanz 2012 Polizeidirektion Emmendingen
Am Dienstag, 12. März 2013, stellte der Leiter der
Polizeidirektion Emmendingen, Berthold Fingerlin, in einem öffentlichen
Pressegespräch gemeinsam mit dem Landrat des Landkreises Emmendingen, Hanno
Hurth, die Sicherheitsbilanz 2012 vor, die sich
mit den drei Bereichen Kriminalitätslage (PKS = Polizeiliche
Kriminalstatistik), Verkehrssicherheitslage (Unfallbilanz) und Prävention
beschäftigt.
Wichtige Aussagen im Überblick:
o Gesamtzahl
der Straftaten deutlich gesunken
o Hohe Aufklärungsquote
o Rückgang
bei unter Alkoholeinfluss verübten Straftaten
o Fahrraddiebstahl
weiter rückläufig
o Gesamtzahl
der Verkehrsunfälle gestiegen
o Fälle von
Unfallflucht ebenfalls steigend
o Weniger
Verkehrstote – kein tödlicher Motorradunfall
o Polizei
sieht Schwerpunkte bei:
Verkehrsunfällen mit Personenschaden
und unter Beteiligung von Fahrradfahrern
o Prävention
ein wichtiges Gesamtthema
1. Die
Kriminalitätslage
1.1. Allgemeine Aussagen:
Sehr erfreulich
ist die Tatsache, dass die Gesamtzahl aller bekannt gewordenen Straftaten
gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken ist. Nach den Steigerungen in den
Jahren zuvor nimmt die Polizei diesen Rückgang innerhalb des Landkreises
Emmendingen, der immerhin knapp zwölf Prozent beträgt, mit Zufriedenheit zur
Kenntnis.
Der allgemeine
Rückgang ist insbesondere auf die deutlich gesunkenen Zahlen bei den
Körperverletzungen, den Sachbeschädigungen, den Vermögens- und
Fälschungsstraftaten sowie beim Diebstahl – speziell beim schweren Diebstahl –
zurückzuführen.
Leichte Anstiege,
die aber die Gesamttendenz nicht wesentlich beinflussen, sind bei den
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, bei den Rauschgiftdelikten und
bei den ohnehin mit niederen Zahlen vertretenen „Straftaten gegen das Leben“ zu
verzeichnen.
Die
Aufklärungsquote, die bei der Betrachtung einer Sicherheitsbilanz immer besonders
interessiert, ist gegenüber dem Jahr 2011 zwar leicht gesunken, liegt aber im
langjährigen Vergleich über einen Zeitraum von zehn Jahren nach wie vor über
dem Durchschnittswert und darf daher als erfreulich hoch bezeichnet werden.
Die Anzahl der von
der Polizei ermittelten Tatverdächtigen im Landkreis Emmendingen liegt zwar
leicht unter dem Wert des Vorjahres, gibt der Polizei aber dennoch Anlass zu
einer positiven Bewertung, weil der Anteil der unter 21-Jährigen, wie in den
beiden Jahren zuvor, wieder gesunken ist. Zudem kann der Rückgang von
Tatverdächtigenzahlen bei gleichzeitigem Rückgang der Gesamt-Straftatenzahlen
als durchaus normale Entwicklung angesehen werden.
Nachdem der Wert
der unter Alkoholeinfluss stehenden Tatverdächtigen im Vorjahr einen
Höchststand erreicht hatte, sind die Zahlen nun wieder zurückgegangen. Etwa 13
Prozent der ermittelten Tatverdächtigen standen zur Tatzeit unter dem Einfluss
von Alkohol – soweit dies im Rahmen der Ermittlungen noch feststellbar war. Die
typischen Straftaten, die alkoholisiert begangen werden, sind erfahrungsgemäß
die Gewaltdelikte, wie Körperverletzung, Sachbeschädigung oder Widerstands-handlungen
gegen Polizeibeamte oder andere Amtspersonen.
Viele Jahre lang galt
der Fahrraddiebstahl in unserer Region als „Sorgenkind“, was die Polizei dazu
veranlasste, sich speziell um dieses Problem zu kümmern. Sie tut dies sehr
intensiv in Form von gezielten Aufklärungs- und Kontrollmaßnahmen, was sich
auch in diesem Jahr wieder positiv anhand der erneut gesunkenen Zahlen belegen
lässt. Da auch der Bürger in diesem Bereich sensibler geworden ist und sich die
Sicherungsmaßnahmen der Eigentümer deutlich verbessert haben, ist man hier
zuversichtlich, dass sich dieser Trend auch in Zukunft fortsetzen wird.
1.2. Konkrete Aussagen
zu Zahlen, Daten, Fakten:
Die Gesamtzahl der
erfassten Straftaten im Landkreis Emmendingen sank im Vergleich zum Vorjahr
um 11,7 Prozent auf 6782 *(7684) Fälle. Dieser Rückgang erklärt sich durch den
deutlich verminderten Anteil von
Vermögens- und Fälschungsdelikten (-19 Prozent), den Rückgang bei den
Sachbeschädigungen (-21 Prozent) und bei den Körperverletzungen (-22 Prozent).
Die Aufklärungsquote
ging zwar um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück, bewegt sich jedoch mit 57,5
Prozent noch deutlich über dem Mittelwert der vergangenen zehn Jahre (54,8 Prozent)
und lässt die erfreuliche Gesamtaussage zu, dass seit vielen Jahren mehr als
die Hälfte aller angezeigten Straftaten im Landkreis Emmendingen aufgeklärt
wird.
Einen Vergleich strukturell unterschiedlicher Gemeinden lässt
ein Blick auf die so genannte Häufigkeitszahl zu. Sie beziffert die
Anzahl der bekannt gewordenen Straften bezogen auf 100.000 Einwohner. Die
Häufigkeitszahl für den Landkreis ist gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent
gesunken – eine Tendenz, die sowohl im Regierungsbezirk Freiburg als auch im
Land Baden-Württemberg festzustellen ist.
Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen
ist, wie erwähnt gesunken und liegt aktuell bei 3095 (3111), wobei der Anteil
der unter 21-Jährigen von 846 auf 834 gesunken ist. Leicht gestiegen in diesem
Segment sind die Anteile der weiblichen Personen (von 666 auf 677), der
Heranwachsenden – das sind die 18- bis 20-Jährigen (von 301 auf 342) sowie der
Jungen Erwachsenen – das sind die Altersgruppen 21 bis 24 Jahre (von 350 auf
364).
Unter den 3095 bekannten Tatverdächtigen finden sich 89
Kinder (123) und 422 Jugendliche (403).
Bei
der Sicht auf die Gemeinden im Landkreis
Emmendingen bilden bei der Anzahl der bekannt gewordenen Straftaten die
beiden Großen Kreisstädte Emmendingen mit 1811 und Waldkirch mit 972 die
Schwerpunkte. Auf den weiteren Plätzen folgen Denzlingen mit 608, Herbolzheim mit 594 und Kenzingen mit 538
Straftaten. In allen Fällen bedeutet dies einen Rückgang gegenüber dem Jahr
2011. ein Berücksichtigt man die
Einwohnerzahl der Gemeinden, so ist im abgelaufenen Jahr Riegel mit einer
Häufigkeitszahl (HZ) von 6776 die am stärksten belastete Gemeinde im Landkreis.
Es folgen Emmendingen mit einer HZ von 6705 und Herbolzheim mit 5967.
Die
Gemeinden mit der geringsten Kriminalitätsbelastung sind auch im abgelaufenen
Jahr wieder Biederbach (HZ 801) und Simonswald (HZ 827).
Auch beim Blick
auf einzelne Deliktsarten lässt sich
erkennen, dass das Jahr 2012 durch einen Rückgang der Straftaten in fast allen
Bereichen geprägt ist. Nur wenige Deliktsarten fallen durch höhere Werte auf.
Diese Feststellung deckt sich mit dem Trend im Regierungsbezirk und auch mit
der landesweiten Entwicklung.
Besonders
erfreulich ist der relativ hohe Rückgang von 22 Prozent bei den Körperverletzungsdelikten, nachdem im
Jahr zuvor hier noch ein Höchststand zu beklagen war. Mit insgesamt 715 Fällen
von Körperverletzung wurde nach zuvor ständig steigenden Zahlen der niedrigste
Stand seit dem Jahr 2005 erreicht.
Um
6,9 Prozent abgenommen haben die Diebstahlsdelikte,
wobei der Rückgang bei den schweren Diebstählen deutlicher ausfällt als bei den
einfachen.
Innerhalb
der Diebstahlsdelikte sind bei der Betrachtung der mehrjährigen Entwicklung die
Fahrzeugdiebstähle auffallend. Sowohl bei den Pkw (16 Fälle = bislang
niedrigster Stand) als auch bei den motorisierten Zweirädern und den Fahrrädern
(555 Fahrraddiebstähle = ebenfalls niedrigster Wert) gehen die Fallzahlen
zurück.
Das
Gleiche gilt für Einbruchsdiebstähle – sowohl aus Wohnungen als auch aus
Firmen und Geschäften.
Entgegen
dieser Trends wurden mehr Ladendiebstähle registriert. Deren Zahl steigt
seit 2007 kontinuierlich an und hat mit 382 Fällen den höchsten Stand seit 2005
erreicht. Da es sich hierbei um ein Delikt handelt, das der Polizei zugeliefert
wird, ist hier auch von einer höheren Aktivität der geschädigten Firmen bzw.
deren beauftragten Detekteien auszugehen. Zugenommen (um 29 Prozent) haben auch
die so genannten Taschendiebstähle.
Die
Rückgänge bei den Vermögens- und
Fälschungsdelikten basieren auf den rückläufigen Werten speziell im Betrugsbereich.
Dort wurde zum ersten Mal seit 2005 ein Wert von unter 900 Fällen erreicht.
Die
Sonstigen Straftatbestände umfassen
unterschiedliche Delikte, die nicht den oben genannten Hauptgruppen angehören.
Bei der Masse dieser handelt es sich vorwiegend um Sachbeschädigungen
(931 Fälle) und Beleidigungen (340). Positiv fällt hier der deutliche
Rückgang der Sachbeschädigungen (Gewalt gegen Sachen) um 21 Prozent im Vergleich
zum Vorjahr auf. Hier wurde der niederste Wert seit 2005 erreicht. Die
angezeigten Beleidigungen liegen demgegenüber auf einem gleichbleibenden, im
Vergleich zu den Vorjahren hohen Niveau.
Erfreulich
sind die gesunkenen Zahlen bei Widerstandshandlungen. Während im Land
der höchste Wert der letzten vier Jahre
erreicht wurde sind diese Taten im Landkreis Emmendingen im Gegensatz zu 2011
um 50 Prozent gefallen. Mit 14 Widerstandstaten wurde der niederste Wert der
vergangenen Jahre erreicht.
Bei
den Rauschgiftdelikten wurde mit 328
festgestellten Verstößen der Vorjahrswert (310) übertroffen. Bei der Masse
(194) handelt es sich um Verstöße wegen Erwerb und Besitz von
Betäubungsmitteln. Illegaler Handel bzw. Schmuggel konnte in 32 Fällen nachgewiesen
werden. Zu den Fällen der Rauschgiftverstöße zählen auch diejenigen, die im
Rahmen von polizeilichen Verkehrskontrollen
aufgedeckt wurden und bei denen die Fahrzeugführer unter dem Einfluss von
berauschenden Mitteln standen.
Zwei Menschen verstarben im abgelaufenen Jahr an den
unmittelbaren Folgen ihres Drogenkonsums.
Nach wie vor gibt es im Kreis keine offene Drogenszene und
keine strukturierte, organisierte Rauschgiftkriminalität.
2. Die
Verkehrssicherheitslage
Beim Rückblick auf
die Unfallbilanz für das Jahr 2012 fällt zunächst auf, dass die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Landkreis
Emmendingen im Langzeitvergleich auf einem Höchstwert angelangt ist und
gegenüber dem Vorjahr sogar ein Anstieg von über sieben Prozent zu verzeichnen ist.
Dabei sind insbesondere die so genannten Kleinstunfälle und die Unfälle mit
Sachschaden gegenüber dem Vorjahr deutlich angestiegen.
Die
steigenden Zahlen sind auch auf den Ebenen „Regierungsbezirk Freiburg“ und
„Land Baden-Württemberg“ zu beobachten.
Insgesamt
musste die Polizei 2675 (2495) Verkehrsunfälle im Landkreis Emmen-dingen
bearbeiten.
Zu
den wenigen Segmenten, bei denen ein Rückgang der Zahlen festzustellen ist,
gehören die tödlichen Verkehrsunfälle.
Sieben Menschen (Vorjahr neun) starben im Jahre 2012 im Straßenverkehr bei fünf
Unfällen. Besonders in Erinnerung sind dabei die beiden Unfälle, bei denen
jeweils zwei Menschen ihr Leben verloren.
Zum
einen der schreckliche Zusammenstoß im Januar auf der B 294 bei Denzlingen, als
ein 38-jähriger Pkw-Fahrer mit überhöhter Geschwindigkeit von der Fahrbahn
abkam, über die Mittelleitplanke in den Gegenverkehr katapultiert wurde und mit
dem Pkw einer 27-jährigen Frau kollidierte. Beide Fahrzeuge gerieten in Brand,
Fahrer und Fahrerin verstarben noch an der Unfallstelle.
Zum
anderen das tragische Ereignis im September, als eine 67-jährige Fußgängerin,
die eine 94-jährige Rollstuhlfahrerin auf der B 294 auf Gemarkung Biederbach am
Fahrbahnrand in Richtung Heidburg schob und beide von einem entgegen kommenden
Pkw erfasst und getötet wurden.
Rückgänge
gibt es auch bei den Unfällen mit motorisierten
Zweirädern (von 118 auf 115), bei den Schulwegunfällen
(von 17 auf 10), den Unfällen unter Alkoholeinwirkung (von 82 auf 67), bei
den Unfällen mit Lkw (von 156 auf
142) sowie bei der statistischen Erfassung der leichtverletzten Personen ((leichtverletzt
= keine stationäre Aufnahme im
Krankenhaus - von 445 auf 431).
Über
eine Tatsache freut sich die Polizei ganz besonders: Im Jahr 2012 musste kein einziger tödlicher Motorradunfall
bearbeitet werden – im Vorjahr waren es noch fünf Menschen gewesen, die als
Motorradfahrer im Landkreis ums Leben gekommen sind.
Nach
wie vor steigen nicht nur auf Regierungsbezirks- und Landesebene die Zahlen
beim „Unerlaubten Entfernen vom Unfallort“, der so genannten „Verkehrsunfall-flucht“. Die Zahl von
648 (585) Fällen lässt die im negativen Sinne doch erstaunliche Aussage zu,
dass statistisch gesehen pro Tag fast zwei derartige Fälle im Kreis passieren.
Bei
den „Unfallfluchten“ mit Personenschaden sind die Unfälle leicht zurückgegangen
(von 39 auf 35).
Die
Aufklärungsquote in diesem strafrelevanten Bereich ist im Vergleich zum Vorjahr
erneut zurückgegangen (von 38,2 Prozent auf 34,4 Prozent) und auch in der
speziellen Sparte mit „Personenschaden“ auf 51,4 Prozent gesunken (Vorjahr 64
Prozent).
Den
Massenanteil machen die Rangierunfälle beim Ein- und Ausparken aus, bei denen
im Einzelfall zwar kein objektiv heftiges Unfallgeschehen vorliegt, jedoch
durchaus hohe Sachschäden entstehen können. Keinesfalls - auch nicht bei
geringen Sachschäden - handelt es sich bei diesen Fällen um „Kavaliersdelikte“,
sondern um Straftaten, bei denen die Polizei grundsätzlich intensive
Ermittlungen nach den Verursachern vornimmt.
Um
zwei Bereiche wird sich die Polizei im Landkreis beim
Verkehrssicherheitskonzept für das aktuelle Jahr schwerpunktmäßig kümmern, da
auch hier die Zahlen zum Teil deutlich angestiegen sind. Es handelt sich dabei
um die Problemfelder Verkehrsunfälle mit
Personenschaden und um die Verkehrsunfälle
mit Beteiligung von Radfahrern. Die Zahl stieg hier von 156 auf 173 und
liegt nun über dem Mittelwert seit dem Jahre 2003 (169).
Von
den 173 Radfahrunfällen ereigneten sich 31 außerhalb geschlossener Ortschaften.
Positiv ist, dass es keinen tödlichen Fahrradunfall zu bearbeiten gab,
allerdings wurden 28 Radfahrer schwer und 126 leicht verletzt.
Eine
Gruppe von Verkehrsteilnehmern, die jedes Jahr besondere Beachtung erfährt,
sind die so genannten Jungen Fahrer.
Nachdem in den Vorjahren ein regelmäßiger Anstieg der Verkehrsunfälle unter
Beteiligung dieser Altersgruppe zwischen 18 und 24 Jahren zu verzeichnen war,
blieb die Zahl im Jahre 2012 bei 323 stehen. Da dieser Wert aber nach wie vor
über dem zehnjährigen Vergleichsmittelwert (306) liegt, wird diese Gruppe auch
weiterhin im Fokus bleiben, zumal die Zahl der von den Jungen Fahrern selbst
verschuldeten Unfälle im Vergleich zum Vorjahr anstieg.
Gemessen
an ihrem Bevölkerungsanteil, der zwischen acht und zehn Prozent liegt, sind
diese jungen Menschen deutlich überproportional am Verkehrsunfallgeschehen,
insbesondere als Pkw-Fahrer, beteiligt. Ihr Anteil an den Unfallverursachern im
Zusammenhang mit schweren Verletzungen beträgt grundsätzlich mehr als 20
Prozent, teilweise sogar über 30 Prozent.
Die
Thematik „Fahren mit 17“ zeigt in
der Verkehrsunfallstatistik des
Landkreises Emmendingen keinerlei Auffälligkeiten.
Keine
formellen statistischen Aus- und Bewertungen nimmt die Polizei bei den Drogenunfällen im Landkreis vor, da die
Zahlen so gering sind, dass sie statistische Vergleiche, insbesondere unter
Verwendung von Prozentwerten nicht zulassen.
Wie
im Vorjahr registrierte man vier solche Unfälle, wobei davon auszugehen ist,
dass anlässlich von Unfallaufnahmen nie alle „Drogen-Fahrer“ als solche erkannt
werden und deshalb für diesen Bereich ein vermutlich nicht unerhebliches
Dunkelfeld unterstellt werden muss.
Wesentliche
Unfallursachen im vergangenen Jahr
waren wieder „Abbiegen/ Wenden/ Rückwärtsfahren“ (in 324 Fällen von insgesamt
2675 Unfällen) und „Vorfahrt/ Vorrang“ (315), gefolgt von „Abstand“ (212) und
„Geschwindigkeit“ (154).
Unfallauffällige
Örtlichkeiten im Straßennetz, in der Fachsprache Unfallhäufungs-stellen
genannt, müssen nach einer Vorschrift des Innenministeriums seit dem 01.01.2007
näher untersucht werden.
Die
örtliche Unfalluntersuchung
bildet die Grundlage für gezielte präventive und repressive
Verkehrssicherheitsmaßnahmen durch die Polizei und andere an der Verkehrssicherheitsarbeit Beteiligte.
Im
Landkreis gibt es einige solche Unfallhäufungsstellen, die an die zuständigen
Straßenverkehrsbehörden gemeldet wurden. Bei den entsprechenden Sicherheits-überprüfungen
vor Ort wurden an mehreren dieser Örtlichkeiten Unfall begünstigende Faktoren
erkannt und zeitnah behoben.
3. Prävention
3.1. Förderverein unterstützt Projekte und Maßnahmen
Nach wie vor einen
hohen Stellenwert bei der Betrachtung der Sicherheitslage im Landkreis
Emmendingen spielt die Prävention – sowohl für den Bereich „Verkehr“ als auch
bei der Kriminalitätsvorbeugung. Im Rahmen der so genannten „Kommunalen
Kriminalprävention“, der Vernetzung und Bündelung vieler gesellschaftlicher
Kräfte, unterstützt der Förderverein
Sicherer Landkreis e. V. unter Vorsitz des Landrates, Herrn Hanno Hurth,
regionale Projekte und Aktivitäten der Verkehrs- und Kriminalprävention.
3.2. Beispiele der Projektarbeit (in Stichworten – keine abschließende
Aufzählung)
Projekt:
„Fifteen Reds“ – Präventionshaus (seit 2006)
Beteiligte:
Stadt Herbolzheim / Förderverein Sicherer Landkreis / Polizeidirektion Emmendingen (PD EM) /
Schulen, Beratungsstellen / Behörden etc.
Durchführung unterschiedlicher Veranstaltungen zu Themen aus
den Bereichen der Kinder-, Jugend- und Heranwachsenenprävention in eigens
vorhanden Räumen
Projekt: PAJ – Prävention alkoholbedingter
Jugendgewalt
Beteiligte:
bwlv – Fachstelle Sucht in EM und Jugendhilfezentrum St. Anton Riegel / PD EM /
Förderverein Sicherer Landkreis / Boxclub Riegel
Bestehend aus drei Säulen:
„Stopp heißt Stopp“ / „Bleib
cool Mann“ / „Welcome Power“
Projekt zur Stärkung junger Frauen/Mädchen und Reflektion von Konflikt- /
Risikoverhalten bei jungen Männern/Jungen im Zusammenhang mit Alkohol und
Gewalt
Projekt: „Check dein Risiko“ -
Alkoholpräventionsprojekt
Beteiligte:
bwlv - Fachstelle Sucht in EM / Suchtbeauftragte LRA EM / DRK, PD EM / BuPoli /
Förderverein Sicherer Landkreis
Ausgebildete, als solche erkennbare Projektmitarbeiter (18-30 Jahre) gehen im
Umfeld von Veranstaltungen auf
Jugendliche zu und sprechen diese im „peergroup-Ansatz“ auf deren
Trinkverhalten an.
Projekt: „Sicher-fit-unterwegs“ -
Seniorenpräventionsprojekt
Beteiligte:
Kreisseniorenbüro (Organisation) / Kreisverkehrswacht / Landesapothekerverband
/ PD EM / Förderverein Sicherer Landkreis
Kreisweite Umsetzung des landesweiten Projektes in Form von Infoveranstaltungen
zu den Themen:
- Arzneimittel/Medikamente im Straßenverkehr
- Mobilität im Straßenverkehr erhalten
- Risiken im Internet
- Sicherheit im Alter
Projekt: „Äpfel und Zitronen – Schüler mahnen und
belohnen“ Verkehrsprävention
Beteiligte:
Landkreis / Kommunen / Schulen / PD EM
Schulwegüberwachung in Form von Geschwindigkeitsmessungen im Umfeld von Schulen
in Zusammenarbeit mit Schulen (Grundschüler). Die gemessenen Verkehrsteilnehmer
werden im Rahmen einer gemeinsamen Standkontrolle (Polizei und Schüler)
symbolisch von den Schülern mit sauren Zitronen
„gemahnt“ oder mit süßen Äpfeln „belohnt“.
Projekt: „Aktion Junge Fahrer“ –
Verkehrsicherheitstage
Beteiligte:
Kreisverkehrswacht / Schulen des Landkreises / Drogenberatungsstelle / PD EM
Mehrtägige Aktion im Oktober 2013 an Gymnasien und Berufschulzentren im
Landkreis EM mit verschiedenen Vorträgen, Infoständen und praktischen Teilen im
Bereich der Verkehrsprävention
(Gab es auch im März 2013 als eintägige Aktion an den Emil-Dörle-Schulen
in Herbolzheim)
Quellen:
o
Kriminalitätslagebild – PKS 2012
o
Verkehrssicherheitskonzeption mit
Unfalllage 2012