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Feiern zur WM in EM? 

Die Polizei gibt Tipps
(Bild: Schlossplatz EM zur EM2008)

Autokorso
Als wäre es erst vor wenigen Monaten gewesen:

bis spät in die Nacht hupend und mit Fanartikeln verschiedener Nationalitäten bestückt fahren immer und immer wieder Autos nach einem WM-Spiel durch die Straßen der Stadt.
Viele begeistert das – viele ärgert es aber auch!

Die Polizei steht der seit einigen Jahren gängigen Praxis, seiner Freude über den Sieg in einem entscheidenden Spiel in einer scheinbar endlosen und bunten Schlange aus Autos verleihen zu wollen, sehr kritisch aber durchaus auch äußerst tolerant gegenüber. Selbstverständlich drücken die Beamten bei tolerierbaren Verstößen öfters mal ein Auge zu. Der Ermessensspielraum bei Ordnungsstörungen lässt dies zu.
Gewohnt konsequent und verantwortungsbewusst schreitet die Polizei aber dann ein, wenn gewisse Grenzen überschritten werden. Und das nicht erst, wenn die Sicherheit gefährdet ist:
es muss wirklich nicht sein, dass „Einzelakteure“ bereits bei Vorrundenspielen noch stundenlang nach Spielende bis spät in die Nacht hupend und mit quietschenden Reifen den wohlverdienten Schlaf ihrer Mitbürger unterbrechen. Solche Ruhestörungen dürfen der Polizei -möglichst mit Benennung des Nummernschildes- angezeigt werden. Da bei dieser WM viele Spiele auch zur Zeit des Berufsverkehrs enden, wird die Polizei im Landkreis gerade an solchen Spieltagen lange Autokorsos auf Hauptverbindungen nicht dulden.

Nimmt man an einem Autokorso nach einem wirklich entscheidenden Spiel teil, sollte der „erwachsene“ Autofahrer auch seine charakterliche Eignung unter Beweis stellen, indem er/sie sich auch nach einer angemessenen Zeit wieder „ausklinkt“, um die Beeinträchtigungen anderer in einem duldbaren Maß zu halten.

Wer es als Autofahrer zulässt, dass ein ungesicherter Fan in oder gar auf seinem Auto mitfährt, riskiert selbstverständlich zunächst ein Bußgeld und möglicherweise auch den Versicherungsschutz. Viel Schwerwiegenderes riskiert er jedoch, wenn der risikobereite Mitfahrer im Verlaufe der Fahrt verletzt oder gar getötet wird. Und hier sind weder die strafrechtlichen oder führerscheinrechtlichen Konsequenzen, noch die Schadenersatzansprüche gemeint;
die Unfallforschung und auch polizeiliche Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass bereits eine Lenk- oder Bremsbewegung dazu führen kann, dass man schnell auf der Straße liegt, wenn man zuvor im Cabrio gestanden oder auf dem Türholm gesessen hat. Die Fahrer müssen im Anschluss an solche dramatischen Erlebnisse meist mit einem schweren Schock selbst ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Zuletzt kam es in Waldkirch bei der EM 2008 zu einem Verkehrsunfall, bei dem ein damals 14-Jähriger schwere Verletzungen erlitt. Der Junge war mit seinem Rad im Autokorso unterwegs und wurde von einem Auto erfasst und zu Boden geschleudert.

Die Überprüfung der Verkehrstüchtigkeit von Verkehrsteilnehmern wird auch während der WM eine der zentralen Maßnahmen der Polizei zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sein.

Selbstverständlich hat sich die Polizei auch personell auf die zu erwartenden Einsätze im Zusammenhang mit der WM vorbereitet. Sie will Personenschäden unbedingt vermeiden und es echten Fans ermöglichen, ausgelassen und ohne negative Erlebnisse feiern zu können.